Website-Relaunch: Die Checkliste für Unternehmen im Münsterland
Von Bestandsaufnahme und URL-Zuordnung bis zu Weiterleitungen, Formularen, Sitemap und Übergabe: deine Checkliste für den Relaunch.

Ein Relaunch ist kein Design-Termin. Er ist ein Umzug.
Und wie bei jedem Umzug entscheidet nicht die neue Wohnung über den Stresspegel, sondern die Vorbereitung. Diese Liste ist für Geschäftsführungen gedacht: zum Mitlesen, zum Nachfragen, zum Abhaken.
Keine Rankinggarantien. Nur die Punkte, die man wirklich abarbeiten kann.
01Bestandsaufnahme und Ziel
Bevor jemand über Farben spricht: Was hat die alte Seite geleistet, und was soll die neue leisten? Ohne diese Antwort wird der Relaunch eine Geschmacksfrage.
- Liste aller bestehenden Seiten – vollständig, nicht aus dem Gedächtnis
- Welche Seiten bringen heute Besucher über die Suche?
- Welche Seiten führen zu Anfragen, Anrufen oder Bewerbungen?
- Ziel des Relaunch in einem Satz, den auch die Belegschaft versteht
- Was bleibt bewusst unverändert?
02Vorhandene Suchseiten bewahren
Seiten, die heute gefunden werden, sind Betriebsvermögen. Sie ersatzlos zu streichen, weil das neue Menü schlanker aussieht, ist die teuerste Designentscheidung des Projekts.
- Gut laufende Inhalte übernehmen, auch wenn sie neu gestaltet werden
- Inhalte zusammenlegen statt löschen, wenn Themen doppelt vorkommen
- Bei jeder gestrichenen Seite festhalten, warum sie entfällt
03URL-Zuordnung und Weiterleitungen

Das Herzstück. Am einfachsten ist es, passende Adressen unverändert zu lassen – dann braucht es gar keine Weiterleitung. Wo sich eine Adresse ändert, leitest du dauerhaft auf die thematisch passende Nachfolgeseite weiter, nicht pauschal auf die Startseite. Und wenn ein Inhalt ersatzlos entfällt, ist die ehrliche Antwort des Servers eine echte Fehlerseite (404 oder 410) – keine erzwungene Weiterleitung auf irgendetwas, das nicht passt. Google beschreibt das Vorgehen beim Adresswechsel in der offiziellen Dokumentation.
- Zuordnungstabelle: passende Adressen behalten, geänderte zuordnen
- Dauerhafte Weiterleitung (301) am Server, nicht nur im Browser
- Ersatzlos entfallene Inhalte: echter 404/410 statt Zwangsweiterleitung
- Nach dem Start stichprobenartig alte Adressen aufrufen und prüfen
- Ketten vermeiden: eine Weiterleitung, nicht drei hintereinander
- Interne Links im neuen Auftritt direkt auf die neuen Adressen setzen
Für die technische Seite
Wenn sich beim Umzug die Adressen ändern, beschreibt Google die begrenzte technische Frage selbst am genauesten: Website-Umzug mit URL-Änderungen (Google Search Central). Lohnt sich, bevor jemand im Projekt "das machen wir hinterher" sagt.
04Inhalte, Bilder, Rechte
- Wer liefert Texte, wer gibt sie frei – mit Namen und Termin
- Welche Bilder dürfen verwendet werden, und liegen Freigaben vor?
- Mitarbeitendenfotos: Einverständnis vorhanden und dokumentiert
- Impressum, Datenschutzerklärung und Cookie-Hinweis aktualisieren
- Alte Dokumente (PDFs, Datenblätter): mitnehmen oder bewusst aussortieren
05Funktionen vor dem Start testen
Der Klassiker: Die Seite ist live, sieht gut aus – und das Kontaktformular schickt seit drei Wochen ins Nichts. Testen heißt: selbst absenden und prüfen, ob die Nachricht ankommt.
- Formulare absenden und Eingang im Postfach prüfen, auch im Spam-Ordner
- Einwilligungen und Pflichtangaben prüfen: nur abfragen, was gebraucht wird
- Telefonnummern als klickbare Links auf dem Smartphone testen
- Bedienung auf einem echten Mobilgerät, nicht nur im verkleinerten Browserfenster
- Karten, Terminbuchung, Stellenbereich und Downloads einzeln durchklicken
06Der Starttag
- Entwurfsversion war für Suchmaschinen gesperrt – Sperre jetzt entfernen
- Gegencheck: kein unbeabsichtigtes noindex auf der Live-Version
- Sitemap erzeugen und in der Google Search Console einreichen
- Weiterleitungen stichprobenartig prüfen
- Fehlerseiten beobachten und die ersten Tage nachziehen
Wie lokale Sichtbarkeit danach sauber aufgebaut wird, steht auf /seo.
07Messen, ohne Märchen
Nach dem Start geht es nicht um Positionen, die jemand zusichert, sondern um Beobachtung: Kommen Anfragen an? Werden die wichtigsten Seiten gefunden? Tauchen Fehlerseiten auf? Wer das vier bis acht Wochen ruhig verfolgt, weiß, wo nachgeschärft werden muss.
08Übergabe und Zuständigkeiten
Ein Relaunch endet nicht beim Livegang, sondern bei der Übergabe. Sonst weiß in sechs Monaten niemand, wer die Domain verlängert.
Übergabeliste für die Geschäftsführung
- Wem gehören Domain, Hosting und Zugänge – schriftlich festgehalten
- Wer im Unternehmen pflegt Inhalte, und wurde diese Person eingewiesen?
- Wer meldet Fehler, an wen, in welcher Reaktionszeit?
- Wer prüft Formulareingänge regelmäßig?
- Wer entscheidet über neue Seiten und Inhalte?
- Wann ist der erste gemeinsame Rückblick terminiert?
Wenn der Relaunch auch die Marke betrifft – Logo, Farben, Auftreten –, gehört das vorgelagert geklärt: Marke und Website. Und die Frage, was so ein Projekt kostet, beantwortet der Ratgeber zu Website-Kosten im Handwerk. Zum Vorgehen bei Websites allgemein: /webdesign.
RELAUNCH GEPLANT?
Bestandsaufnahme, Zuordnung, Zeitplan. Wir gehen die Liste mit dir durch.
Häufige Fragen
Was ist der häufigste Fehler bei einem Website-Relaunch?
Adressen ändern sich, ohne dass jemand sie zuordnet. Am einfachsten bleiben passende Adressen unverändert. Wo sich eine Adresse ändert, gehört eine dauerhafte Weiterleitung auf die thematisch passende Nachfolgeseite vor den Start – und wo ein Inhalt ersatzlos entfällt, ist eine echte Fehlerseite (404 oder 410) richtiger als eine Weiterleitung auf etwas Unpassendes.
Muss der Entwurf vor dem Start für Suchmaschinen gesperrt sein?
Ja, eine Entwurfsversion sollte nicht indexiert werden. Genauso wichtig ist der Gegencheck am Starttag: Die Sperre muss auf der Live-Version wieder entfernt sein. Beides gehört als eigener Punkt auf die Übergabeliste.
Kann eine Agentur Rankings nach dem Relaunch garantieren?
Nein. Seriös planbar sind saubere Weiterleitungen, erhaltene Inhalte, eine funktionierende Sitemap und die Messung danach. Positionen in Suchergebnissen hängen von Faktoren ab, die niemand zusichern kann.
Wie lange sollte man nach dem Start beobachten?
Mindestens einige Wochen. Sinnvoll sind der Blick auf Fehlerseiten, auf die Indexierung der wichtigsten Seiten, auf eingehende Formularanfragen und auf die Frage, ob Besucher die neuen Wege finden. Erst danach lässt sich beurteilen, ob nachgeschärft werden muss.